Die Lokalbahn ("s'Bähnli")

Am 20.06.1896 erteilte das Großherzogliche Staatsministerium von Baden der Straßburger Straßenbahngesellschaft die Konzession zum Bau einer schmalspurigen Eisenbahn von Ottenheim nach Kehl mit Abzweigung von Altenheim nach Offenburg. Am 1.06.1898 fand bereits die Eröffnungsfahrt statt. Damit wurden die Riedgemeinden mit Offenburg verbunden und an die Nord-Südverkehrsader angeschlossen. 1918 wurde mit dem Versailler Vertrag die Verbindung mit Straßburg unterbrochen. Ab 1.10.1922 verpflichtete der badische Staat die Lahrer Eisenbahn AG, die rechtsrheinischen Linien mit Wirkung vom 1.11.1923 zu übernehmen. Der Name wurde in Mittelbadische Eisenbahnen AG, abgekürzt MEG, geändert. Der Dienstsitz der Verwaltung war Lahr. Das Bähnli erfreute sich großer Beliebtheit. Für die zahlreichen Pendler, sowie für die Essensträger, die ihre Kännchen nun nicht mehr nach Offenburg tragen mussten, bedeutete die Bahn eine große Erleichterung und gerne nahm man die Unannehmlichkeiten in Kauf, wenn die "Käsrutsch", wie sie liebevoll genannt wurde, trotz gewaltigen Anlaufs den Stadtbuckel in Offenburg nicht hochkam und alle Fahrgäste aussteigen mussten. Mitte der 1930er Jahre wurden die Dampfloks durch rentablere Dieselloks und Triebwagen ersetzt. Im II. Weltkrieg wurde die Bahn schwer geschädigt, die Bahn konnte durch die Sprengung der Kinzigbrücke nicht mehr in die Stadt einfahren. Die Fahrgäste mussten weite Fußwege in die Stadt zurücklegen. Erst ab Mai 1950 war die Strecke in die Stadt wieder frei.

Der immer stärker ansteigende Kraftwagenverkehr und die störende Gleisführung durch die Hauptstraße Offenburgs bewog die zuständigen Stellen nach Ablauf der Konzession 1957, den Schienenverkehr einzustellen. Die Reisenden aus Altenheim mussten in Schutterwald in Omnibusse umsteigen. 1959 wurde der Bahnverkehr ganz eingestellt. (Quelle: Braunstein 1974)

 

Info-Tafeln Großplakate

  • Die Lokalbahn ("s'Bähnli")

    Die Lokalbahn ( Am 20.06.1896 erteilte das Großherzogliche Staatsministerium von Baden der Straßburger Straßenbahngesellschaft die Konzession zum Bau einer schmalspurigen Eisenbahn von Ottenheim nach Kehl mit Abzweigung von Altenheim nach Offenburg. Am 1.06.1898 fand bereits die Eröffnungsfahrt statt. Damit wurden die Riedgemeinden mit Offenburg verbunden und an Read More
  • Die Bahnhofswirtschaft ("Restauration")

    Die Bahnhofswirtschaft ( Die Bahnhofswirtschaft, auch Restauration (schutterwälderisch "Reschtration") genannt, wurde um das Jahr 1900 vom Gründer der Zimmerei Christoph Herrmann für seinen Sohn Albert (der "Rescht-Wirt") gebaut. Seine Tochter Anna heiratete einen Adolf Junker, mit dem sie später die Bahnhofsrestauration betrieb. Adolf Junker starb bereits 1932. Read More
  • Alte Sparkasse

    Alte Sparkasse Die Sparkasse der Gemeinde Die Sparkasse Schutterwald wurde im Jahre 1865 von Karl Bürkle gegründet. Als Kontrolleur stand ihm August Bürkle zur Seite. In den Jahren 1866/67 wurden die Buchungen von Karl Bürkle selbst getätigt. 1867 wurde Andreas Junker, früherer Bezirksrat, als Rechner bestellt. Read More
  • Milchannahmestelle ("s'Milchhiesli")

    Milchannahmestelle ( Nach Beendigung der Geldinflation in den 1920er Jahren stieg der Bauernstand zur neuen Blüte. Neben anderen Produkten wie Getreide, Tabak und Kartoffeln, bot die Milchviehhaltung ein gesichertes Einkommen. Die überschüssige Milch wurde an die aufkommende Milchindustrie vermarktet. Zu diesem Zweck wurden in den überwiegenden Read More
  • Altes Schulgebäude

    Altes Schulgebäude Der Grundstein des Alten Schulgebäudes wurde am 10.07.1841 gelegt. Architekt Schneider aus Offenburg hatte es entworfen. Schutterwald gehörte damals zum Großherzoglich Badischen Oberamt Offenburg. Die Gemeinde zählte 1.856 Einwohner und 324 Häuser. Die Gründe für den Bau sind in einer Urkunde niedergeschrieben, die im Read More
  • Altes Feuerwehrhaus und "Freibank"

    Altes Feuerwehrhaus und Das alte Feuerwehrhaus stand in der Hauptstraße 70. Die freiwillige Feuerwehr Schutterwald wurde auf Initiative von Bürgermeister Schnebelt am 25. März 1922 gegründet. 1. Kommandant wurde der "Bahnhofsrestaurateur" (Wirt) Albert Herrmann. Zur Unterbringung für Gerätschaften, wie Leitern, Handspritzen und Schläuche wurde die vorhandene Scheuer Read More
  • Zigarrenfabrik

    Zigarrenfabrik Sowohl im Nebengebäude des Gasthaus Adler in der Hauptstraße, wie auch in der Fabrikstraße (daher der Name), gab es ab etwa 1920 bis Ende des II. Weltkrieges in Schutterwald Zigarrenfabriken. Beide im Besitz der Firma Biermann, Bremen, Zweigstelle Dinglingen. In dieser Zeit war Andreas Read More
  • 1